Schmerzambulanz / Schmerzpraxis
Dres. med. Martin Krumbeck* und Rolf Leeser*
Ärzte für Anästhesie, Spezielle Schmerztherapie
Schönbornstr.10, 97980 Bad
Mergentheim
im Gebäude der
SCHMERZKLINIK BAD MERGENTHEIM
Tel.: 07931-5493-51 - Fax 5493-50 - E-Mail:
schmerzklinik@schmerzklinik.com
Wir informieren über
(Chronische) Enddarmschmerzen (Schmerzen
im Anus bzw. Analbereich)
(weitere
Schmerzprobleme/Schmerzthemen unten auf dieser Seite)
Ursachen von Enddarmschmerzen:
Häufiger kommt es nach Amputat ion des
Enddarmes zu anhaltenden Schmerzen im ehemaligen Anus
bzw. Analbereich, die meist auch in den
Da mm ausstrahlen.
Eine weitere Schmerzursache sind Operationen wegen wiederholter Ausbildung
von Fisteln (= ein unnatürliches,
röhrenförmiges Gebilde) am Anus.
Diese Beschwerden können ebenfalls in den Bereich des Dammes ausstrahlen.
Auch die Kokzygodynie (= Stei ßbeinschmerz) kann zu Enddarmschmerzen (Schmerzen im Anus bzw. Analbereich) führen.
Zu erwähnen ist noch die Procta lgia fugax, gekennzeichnet durch anfallsartige (oft nächtliche) Enddarmschmerzen, häufig im Zusammenhang mit Hämorrhoiden.
Psychisch verursachte
Enddarmschmerzen:
Der Anogenitalbereich (= Geschlechts- und Analbereich) ist ein bevorzugter Körperbereich für
symbolische Schmerzen im Rahmen einer Konversionsneurose. Den ersten Hinweis auf diese
Schmerzentstehung liefert oft schon die Beschreibung des Schmerzcharakters. Fast
regelmäßig wählen die betroffenen Patienten bizarre Ausdrücke wie z. B.
"tierisch, wahnsinnig" oder "wie rohes Fleisch". Häufig fehlt ein
Leidensdruck. Öfters werden die Beschwerden fast lächelnd oder auch teilnahmslos
vorgetragen. Fast regelmäßig wird angegeben, dass Schmerzmittel nicht helfen würden.
Diagnostik (= Maßnahmen zur Erkennung einer
Krankheit): Psychogen verursachte
Enddarmschmerzen
persistieren (= verbleiben) auch während einer diagnostischen
Spinal- oder Periduralanästhesie
(=
rückenmarknahe Betäubungen).
Da Schmerzen im Bereich des Dammes häufiger mit Enddarmschmerzen (Schmerzen im Anus bzw. Analbereich) vergesellschaftet sind, werden möglich Ursachen hier auch aufgeführt:
Bei Frauen kann es nach einer natürlichen
Geburt zu anhaltenden Schmerzen im Be reich
des Dammes kommen. Ursächlich dürften dafür die
enormen mechanischen Belastungen während der Austreibung sein, die zu Gewebszerreißungen
führen können. Möglicherweise sind die Schmerzen auch auf den häufig durchgeführten
Dammschnitt zur Druckentlastung zurückzuführen.
Beim Mann können Schmerzen im Bereich des Dammes bei einer chronische n En tzündung der Prostata (=Vorsteherdrüse) oder auch nach einer Prostata-Operation auftreten. Häufig geben die betroffenen Patienten dabei einen ziehenden Dauerschmerz in der Tiefe" des Dammes an.
Behandlung der chronische n Enddarmschmerzen (Schmerzen im Anus bzw. Analbereich):
Nicht selten verbleiben trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin Schmerzen im Anus bzw. Analbereich, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach den Schmerzen und deren Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten. Länger bestehende Schmerzen im Anus bzw. Analbereich erfordern praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei Enddarmschmerzen sind dies:
Information über Schmerzen im Anus bzw. Analbereich
Medikamentöse Behandlung (u.a. Schmerzmittel, evtl. auch Spasmolytika (= Mittel gegen Krampfzustände), Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
Evtl. Physiotherapie (Krankengymnastik für den Beckenboden und Anwendungen, z.B. Sitzbäder)
Eine Behandlung mit Analgetika (= Schmerzmittel) bleibt bei Schmerzen im Anus bzw. Analbereich oft ohne einen deutlichen schmerzlindernden Effekt, allenfalls Opioide in höherer Dosierung mit entsprechenden Nebenwirkungen führen zu einer Linderung.
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) bei Enddarmschmerzen (Schmerzen im Anus bzw. Analbereich):
Unterer Anteil der Scham lippen, hinterer
Anteil des Hodensacks, Vestibulum vaginae
(=
Scheidenvorhof),
Pen is,
Da mm- und
Anus
bzw. Analbereich werden sensibel aus dem Plexus sacralis (= Nervengeflecht aus dem unteren Rückenmark stammend) versorgt, so dass sich zur Therapie von
Schmerzen in den angesprochenen Bereichen wiederholte epidurale (= rückenmarknahe) Betäubungen in Form des Kaudalblockes (= rückenmarknahe Betäubung in Höhe des Kreuzbeines) eignen.
Der Kaudalblock hat gegenüber dem lumbalen
Epiduralblock (= rückenmarknahe Betäubung in
Höhe der Le nden)
den Vorteil, dass eine geringere Dosierung benötigt wird, in der Regel reichen 5-8 ml z. B.
Bupivacain (= ein langwirkendes örtliches
Betäubungsmittel)
0,125-0,15 % aus.
Zur kontinuierlichen Blockade mit Katheter*
ist allerdings die lumbale epidurale Blockade
(=
rückenmarknahe Betäubung in Höhe der Le nden) wegen des geringeren Risikos einer En tzündung bzw. Infektion
(= Eindringen von Mikroorganismen wie z.B. Bakterien)
vorzuziehen, jedoch mit einer Ausnahme: Schmerzen im
Da mm
und Analbereich nach Amputat ion
des Enddarmes. In diesem Falle ist die Entzündungsquelle nicht mehr
vorhanden, so dass ein Sakralkatheter* auch über einen längeren Zeitraum belassen
werden kann.
Schmerzen im Bereich des Dammes als einziges Symptom, z. B. nach einer Geburt,
können häufig
mit einer wiederholten infiltrativen Lokalanästhesie
(= örtlichen Betäubung) erfolgreich behandelt werden.
Die isolierte Betäubung des N. pudendus
(= Nerv der den Geschlechts- / Anus
bzw. Analbereich versorgt) erfordert eine relativ hohe
Lokalanästhetikum-Dosierung (2 x ca. 10 ml z.B. Bupivacain 0,25-0,5 %), so dass die
Plexus sacralis-Blockade (Kaudalblock) vorzuziehen ist.
Erläuterungen:
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muss also nicht aufgeschnitten werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung der Lokalanästhetika durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, dass bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Eine gute Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder geschädigten Nervs.
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* Dr. (Univ. Padua) Krumbeck und Dr. Leeser sind
freiberuflich als leitende Ärzte in der Schmerzklinik Bad Mergentheim tätig.
Welche Vorteile bietet eine
Schmerzbehandlung im
SCHMERZTHERAPIEZENTRUM Bad Mergentheim?
- Große Erfahrung, in der Klinik werden seit 1983 ausschließlich Patienten mit chronischen Schmerzen behandelt.
- Hohe fachliche Kompetenz, die Klinik bzw. der Chefarzt besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung der Ärztekammer für das Fachgebiet "Spezielle Schmerztherapie".
- Optimale ärztliche Betreuung. Durchschnittlich 50 Patienten werden derzeit von 5 (!) Ärzten versorgt, allein 4 davon sind geprüfte Fachärzte.
- Umfassendes Therapieangebot. Durchführung aller anerkannten schulmedizinischen und einiger naturheilkundlichen Therapieverfahren bis hin zur Implantation von Morphinpumpen und Rückenmarkstimulationssystemen.
- Neben den gesetzlichen Krankenkassen und teilweise Rentenversicherungen sowie Berufsgenossenschaften übernehmen auch private Krankenkassen die Behandlungskosten. Beihilfefähig.
Die Kostenübernahme muß zuvor bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt werden, dazu kann der behandelnde Arzt bereitgestellte Vordrucke verwenden (einfach anklicken):
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